Schadstoffbelastung und Schadstoffmessung

Die BI hat Dr. Bucher, den wissenschaftlichen Berater der Stadt Neu-Isenburg, zur Diskussion zum Thema Schadstoffbelastung, Schadstoffmessung und -bewertung eingeladen.
Dienstag 14.01.2014, 19 Uhr
Bansastraße 29, Bansamühle, Neu-Isenburg

Der Schadstoffausstoß ist  nicht zuletzt durch den Flugverkehr über Rhein-Main ein erheblicher Belastungsfaktor für die hier lebende Bevölkerung. Der Stellenwert dieses Gefahrenpotentials ist hinter der akustisch wahrnehmbaren Lärmbelastung zurückgeblieben. Über das Ausmaß und die Gefahren der durch die Emissionen freigesetzten Giftstoffe und Feinstäube besteht Unkenntnis und Verunsicherung, aber auch bewusste Verharmlosung. Wohl aber setzt sich in der Forschung immer mehr die Erkenntnis durch, dass vor allem die Feinstäube sehr viel gefährlicher sind, als bisher angenommen.

In Hinstimmung auf unser Gespräch zitiere ich aus  einem Artikel der OP vom 10. Dezember 2013, in dem über eine Studie der Fachzeitschrift „Lancet“ berichtet wird. Gewarnt wird vor den Kleinstpartikeln von weniger als 2,5 Mikrometern. Diese seien in höchstem Maße bedenklich, weil sie tief in die Lunge und in den Blutkreislauf eindringen können. Der in der EU seit 2008 geltende Grenzwert für Feinstaubbelastung mit Partikeln von 2,5 Mikrogramm liegt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen einen Grenzwert von 10 Mikrogramm. Laut dieser Studie nimmt die Sterbewahrscheinlichkeit bei einer Erhöhung der Feinstaubbelastung um fünf Mikrogramm pro Kubikmeter um sieben Prozent zu.

Wir wissen natürlich um die Problematik, die Schadstoffemissionen nach Verursachern zu trennen, also das Ausmaß der Verursachung durch den Luftverkehr dingfest zu machen. Aber ich denke, man darf es aber nicht bei der Aussage belassen, der Flugverkehr sei völlig harmlos und verglichen mit der Friedberger Warte sei der Flughafen ein Luftkurort.

Für unsere Diskussion  am Montag, den 14. Januar ein paar Fragen und Stichworte.:

  • Über welches Zahlenmaterial verfügen wir?
  • Welche  Messmethoden gibt es, Was wird nach welcher Methode bisher erfasst?
  • Wie fein kann man Stäube messen, welche Feinfilter gibt es und wie werden sie eingesetzt?
  • Anzahl und Kosten von Messstationen
  • Ist die Anzahl der Messstationen ausreichend?

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