Mahnwache zum Erörterungstermin des temporären Bodenlagers am Frankfurter Flughafen

Erörterungstermin des temporären Bodenlagers am Frankfurter Flughafen Mahnwache der Frankfurter Bürgerinitiativen

Veranstaltungsort: Ecke Gutleutstraße / Hafenstraße

Am 24. Juni 2020 9:30 Uhr hat der RP-DA, im Behördenzentrum Gutleutstrasse 130, zum Erörterungstermin, des beantragten Zwischenlagers eingeladen. Aus diesem Anlass findet in der Zeit von 9:00 bis 10:00 Uhr eine Mahnwache der Frankfurter Bürgerinitiativen statt. Gegenstand des Genehmigungsverfahrens ist die Errichtung und der Betrieb eines temporären Bodenlagers mit der Gesamtkapazität von rund 600.000 Kubikmetern. Die Fraport AG plant, auf einer Luftfrachtfläche der Cargo City Süd PFC-haltige Böden und Bauschutt aus den Neubau-Bereichen des Terminals 3 bis zur Entsorgung zwischenzulagern. Wir veranstalten die Mahnwache, um auf die Missstände an der Baustelle des Terminal 3 aufmerksam zu machen. Begonnen hat es mit einem Blindgänger der Anfang 2016 von der Baustelle T3 quer durch das Rhein-Main Gebiet bis in ein Wohngebiet von Offenbach transportiert wurde und dort vor Ort entschärft werden musste, nicht auszudenken, wenn er auf dem Weg dorthin auf dem LKW explodiert wäre. Auch prangern wir an, dass man mit den auf dem Gelände der ehemaligen US Air Base, der jetzigen Baustelle von T3, vorhandenen giftigen Ablagerungen, wie z.B. Anionen, BTEX und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie poly- und perfluorierte Kohlenwasserstoffe viel zu sorglos umgegangen ist. Es ist mindestens seit 2007 bekannt, dass dieses Erdreich, hochgradig mit Chemikalien verseucht ist. Wir sind der Meinung, dass sich der, am Terminal 3 seit Ende 2018 unzureichend gelagerte und hochgiftige Erdaushub, hätte vermieden werden können, wenn Fraport und der RP (als Kontrollinstanz) rechtzeitig, allerspätestens jedoch mit Baubeginn in 2015, dafür Sorge getragen hätten, dass der hochgiftige Erdaushub entweder vor Ort neutralisiert oder man sich rechtzeitig um entsprechende Deponie Plätze gekümmert hätte, erklärt Wolfgang Heubner für die Bürgerinitiativen. Dies ist nicht erfolgt. Statt dessen hat man erst mal südwestlich von Terminal 3 seit dem 4 Quartal 2018 eine über 20 Meter hohe und 600.000 Kubikmeter umfassende Abraumhalde geschaffen, die nur sehr dürftig geschützt ist. Damit sind weitere Umweltkontaminierungen nicht zu vermeiden. Die erste uns bekannte öffentliche Ausschreibung über nur 180.000 Tonnen, (dies entspricht lediglich max. 120.000 Kubikmeter PFC belastetem Aushubs) erfolgte von Fraport erst zum 20.12.2019, also über ein Jahr später nach der ersten Ablagerung an T3. Auch erfolgte bzw. erfolgt der gesamte Transport auf der Baustelle weitgehend ungeschützt. Aus den Baustellenfahrzeugen herausrinnendes kontaminiertes Erdreich und Wasser, hat sich somit über das gesamte Gelände und die angrenzenden Verkehrswege verteilt. Weder Reifenwaschanlagen noch sonstige Vorkehrungen wurden getroffen, um der Vergiftung der Umgegend Einhalt zu gebieten. Mit dem o. a. Antrag will Fraport diesen Abraum in ein noch zu errichtendes Zwischenlager umlagern. Der Antrag war zunächst auf unbefristete Zeit vorgesehen, jedoch auf Hinweis des zuständigen hessischen Ministeriums, dass eine unbefristete Errichtung eines Bodenlagers nicht mit dem Planfeststellungsbeschluss vereinbar sei, wurde die Einrichtung auf 5 Jahre beantragt. Bereits heute gibt es nicht genügend Deponie-Plätze um den gesamten Abraum in den nächsten Jahren zu entsorgen und wir befürchten, das das Zwischenlager eine Dauerlösung wird. Dies gilt es zu verhindern.

Frankfurt,18.06.2020
F.B.I. Frankfurter Bürgerinitiativen